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Exklusives Wohnen in einem modernisierten Denkmal mit Passivhausstandard

VON IRENA DAHMS meist gelesen

Exklusives Wohnen in einem modernisierten Denkmal mit Passivhausstandard Exklusivität und Ökologie stehen hier nicht im Widerspruch zueinander. Wer sich für exklusives Wohnen in historischen Mauern entschließt, musste bisher in der Regel eine schlechte Ökobilanz und hohe Energiekosten in Kauf nehmen. Dieser vermeintliche Kausalzusammenhang erweist sich dank moderner Baustoffe und Technologie als Trugschluss. Sanierungs- und Haustechnik erlauben das Erreichen des Passivhausstandards bei gleichzeitigem Erhalt historischer Fassaden. In der Vergangenheit bedeutete die Außendämmung von Fassaden mit einem Wärmedämmverbundsystem im Regelfall den Totalverlust der architektonischen Fassadengestaltung. Dies hatte zur Folge, dass die Besitzer von Villen und Wohnbauten des 19. Jahrhunderts zwischen ästhetischen und ökologischen Aspekten abwägen mussten. Oftmals wurde eine schlechte Ökobilanz und hohe Energiekosten in Kauf genommen, um hochwertige plastische Architekturelemente an der Außenfassade erhalten zu können.

Die Energieoptimierung historischer Gebäude mit wertvoller Fassadenarchitektur ist nach wie vor eine sensible Planungsaufgabe. Die Entscheidung für eine zeitgemäße Wärmedämmung muss allerdings nicht mehr die Entscheidung gegen den Erhalt einer historischen Fassade bedeuten. Die Innendämmung der Wände ermöglicht es, den vermeintlichen gordischen Knoten, energieoptimiertes Wohnen in historischen Gemäuern, zu zerschlagen. Eine solche Lösung hat das M & R Ingenieurbüro für Gesamtplanung GmbH in Zusammenarbeit mit Hr. Dipl. Ing. Ruisinger vom Institut für Bauklimatik der Technischen Universität zu Dresden für die Lofts im Kammergebäude des Leib/Grenadier Regiment Nr. 100 erarbeitet.

Die Innendämmung einer Fassade erfordert grundsätzlich eine präzise Überprüfung des Feuchtehaushaltes der Wände. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die sogenannten Wärmebrücken zu legen. Als Wärmebrücken gelten sämtliche an die Wände stoßende Bauteile wie beispielsweise Innenwände und Decken. Wärmebrücken führen dazu, dass Wärme schneller nach außen transportiert wird als an der übrigen Fassade. Aus diesem Grund sind hier separate Berechnungen erforderlich. Auch das Vorkommen verschiedener Baustoffe mit unterschiedlichen Materialeigenschaften stellt bei historischen Fassaden ein Problem dar, da die Wände dadurch unter Umständen kritische Feuchtemengen aufnehmen können. Nur eine umsichtige und exakte Planung ermöglicht es, an diesen Stellen Feuchteschäden und möglicher Schimmelbildung vorzubeugen. Am Institut für Bauklimatik der Technischen Universität zu Dresden wurde für die Berechnung der komplexen Zusammenhänge von Wärme und Feuchtetransport das Programm Delphin entwickelt. In Zusammenarbeit mit Hr. Dipl. Ing. Ruisinger (TU Dresden) plant das M&R Ingenieurbüro für Gesamtplanung GmbH aktuell die Sanierung des ehemaligen Kammergebäude des Leib/Grenadier Regiment Nr. 100 in der Marienallee 10 in der Dresdner Albertstadt. In dem um 1903 erbauten Gebäude sind 12 hochwertige Lofts und ein Reihenendhaus mit individuellen Grundrissen auf 240 bis 390 m² geplant.

Auch die Haustechnik der Lofts wartet mit technischen Finessen auf. Das Gebäude wird umweltfreundlich mit Fernwärme versorgt und erhält eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Durch eine speziell entwickelte Haussteuerungssoftware (IT-Wohnen) kann der Energiebedarf weiter optimiert und an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden. So wird beispielsweise in jedem Raum die Luftqualität gemessen und der Lüftungsbedarf individuell ermittelt. Über ein Panel in der Wohnung oder ein internetfähiges Handy kann die gesamte Gebäudetechnik von der Heizung, über die Beleuchtung bis hin zur Alarmanlage gesteuert werden.

Im Zusammenspiel mit der Haustechnik wird das Gebäude im sanierten Zustand den Standard eines Passivhauses erfüllen. Die zu erwartenden Heizkosten lassen sich damit von 25 EUR/m² p.a. in unsaniertem Zustand auf ca. 0,75 EUR/m² p.a. nach Fertigstellung der Sanierungsarbeiten senken. Dies entspricht dem Energiebedarf eines Passivhauses (15 kW/a). Exklusives Wohnen in historischer Fassade und eine positive Ökobilanz müssen somit kein Widerspruch mehr sein. M & R Ingenieurbüro für Gesamtplanung GmbH

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Autor:
[I/D]


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Artikel vom 08.08.2011


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