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Schulbeginn? - Nein, Unterrichtsbeginn!

VON FRANZ JOSEF NEFFE meist gelesen

Eltern haben den gesetzlichen Auftrag, dass sie ihre Kinder in die Schule schicken. Das Wort Schule bedeutet aber ziemlich genau das Gegenteil dessen, was wir aus Schule gemacht haben. Die Kinder werden in Unterrichtsvollzugsanstalten geschickt, wo die Ergebnisse jedes Jahr immer schlechter werden und Lehrer wie Schüler in derb Krankheitsstatistik immer weiter an die Spitze rücken.

Inzwischen hat überall wieder die Schule begonnen. Die Schule begonnen? Mitnichten! Es ist der Unterricht, der begonnen hat. Schule ist etwas ganz, ganz anderes. Was ist eigentlich Schule? Wenn ich 100 Leute frage (Lehrer inbegriffen) bekomme ich fast 100 verkehrte Antworten. Man möchte nicht glauben, dass alle in etwas jeden Tag hineingehen, wovon keiner weiß, was es ist.

Im Unterricht wird man unterrichtet. Einer steht über allen und sagt denen unten, wonach sie sich zu richten haben. Ein "typisch deutsches" Wort, wie es andere Sprachen nicht kennen.

Es geht überhaupt nicht ums LERNEN im UNTER-richt, es geht darum, dass man das tut, was man muss. Man übt sich also in der Schule ständig ins MÜSSEN ein. Wenn man immer nur MÜSSEN trainiert, wird man kein Könner sondern ein SUPER-MÜSSER. Man spricht ja auch nicht Französisch davon, dass man einen Englischkurs besucht.

Sich unterwerfen, sich einfügen, willig sein, mitmachen - darum geht's in unseren Lehrplanvollzugsanstalten. Ein grusliger Wort- und Tatschatz aus der Zeit der Leibeigenschaft. Viele Mütter gebärden sich heute noch als würden sie in den Schuldturm geworfen, wenn ihr Kind die Hausaufgabe nicht perfekt hat. Auf UNTERtanen, auf UNTERgebene, auf Unter... ist alles noch immer bestens eingespielt.

Hat das etwas mit LERNEN zu tun?
Leider schon.

LERNEN (und LEHREN) kommt von germ. LAISTI = DIE FÄHRTE. Man LERNT indem man eine Fährte des Lebens verfolgt und dabei seine eigenen Erfahrungen sammelt. Wenn mich meine Fährten und Erfahrungen dermaßen erfreuen, dass andere darauf aufmerksam werden und mir von sich aus folgen wollen, dann bin ich LEHRER. Lehrer ist ein Lerner, der mit mitreißendem Beispiel vorausgeht. Wer Kinder mit der Peitsche hinten antreibt, ist die Karikatur eines Lehrers.

Es hat also nicht die SCHULE begonnen sondern nur der Unterricht. SCHULE - lat. SCHOLA - griech. SCHOLAE - kommt von griech. ECHEIN = HABEN. Wenn die alten Griechen dermaßen im Stress waren, dass sie nicht mehr alle (fünf Sinne beisammen) hatten, gönnten sie sich SCHOLAE: das Innehalten, das Wiederzusichkommen, das Wiedermitsicheinswerden, die Pause für sich selbst und ihre gute Entwicklung. Es fällt nicht schwer, zu erkennen, dass wir genau das Gegenteil daraus gemacht haben. Wehe, wenn sich einer im UNTERricht die Freiheit herausnimmt, innezuhalten, wieder zu sich selbst zu kommen, mit sich selbst eins zu werden! Du tust wohl nichts, heißt es dann gleich mit drohendem UNTERton. Was würde geschehen, wenn das Kind in unseren Lehrplanvollzugsanstalten MIT SICH EINS würde? Käme dann nicht heraus, wie wenig EINS MIT SICH SELBST unsere Lehrplanvollzugsbeamte sind? Käme dann nicht ein Konflikt ans Tageslicht, der ohnedies dauernd im UNTERgrund schwelt: Dass nämlich die Kinder noch MIT SICH EINS in eine künstliche, sterile Welt kommen, wo ihnen mit sich selbst uneinige Erwachsene ständig abstrakte Lasten aufbürden, um sie zu ebenso zerrissenen, gespaltenen, kranken Personen zu machen, wie sie schon sind?

Es ist bekannt, dass die Lehrer in der Kranheitsstatistik ganz oben in der Spitzengruppe sind. Und es ist überauffällig, mit welcher Wucht sie die Kinder in ihrem kranken SOG mitreißen. Die Zunahme der Krankheiten von Schulkindern war schon vor Jahren mehr als besorgniserregend. Niemand kümmert sich darum. Es wird weiter der Lehrplan vollstreckt, komme was da wolle, und sei es ein noch lebendiges Kind. Wir machen noch mehr Druck als je zuvor und führen abstrakte Diskussionen über die üblichen Problemschablonen.

Nun hat der Gesetzgeber den Eltern, denen die oberste Sorge für ihr Kind anvertraut ist, einen klaren Auftrag gegeben: Sie sollen ihr Kind in die SCHULE schicken. In die SCHULE, nicht in die Unterrichtsvollzusanstalt. Als Ich-kann-Schule-Lehrer finde ich es erstaunlich, wie sich kein Mensch bei uns an Gesetze hält. Noch mehr erstaunt mich aber, wie dabei alle Beteiligten ihre eigene Gesundheit und die der anderen ruinieren und die möglichen LERNergebnisse immer weiter herunterfahren auf ein Niveau, das schon längst jeder Beschreibung spottet.

Dieses Niveau steht auch in keinem Verhältnis zu den tatsächlich gegebenen Potentialen, Talenten, Fähigkeiten aller Beteiligten. Wie kann man nur nmit so guten Begabungen so schlecht umgehen? Wie kann ein rohstoffarmes Land mit seinem wichtigsten Rohstoff: GEIST, so umgehen?

Lehrer - Schüler - Eltern, Ihr seid gerade dabei, Euren Spitzenplatz in Krankheit und Degeneration noch weiter auszubauen. Ihr könntet aber auch UMKEHREN und endlich die doch vorhandenen Kräfte Eurer Intellingenz ausbauen.

Mal sehen, was geschieht. Ich wünsche - so oder so - guten Erfolg.

Franz Josef Neffe
Ich-kann-Schule-Lehrer


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Autor:
[F/N]


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Artikel vom 12.09.2011


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