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Die Sucht nach Anerkennung: Buch erklärt die Hintergründe von ADHS und deren Konsequenzen für die Erziehung

VON RAPHAEL MANKAU meist gelesen

Die erfolgreiche Ratgeber-Reihe "Der Psychocoach" behandelt Themen der Bereiche Gesundheit und Verhalten aus tiefenpsychologischer Sicht. In seinem Iserlohner Institut Powerscout Wellness Coaching arbeitet der  Diplom-Pädagoge Andreas Winter mit Analysen und Reflexionen, um unterbewusstes Verhalten und Empfinden bewusst zu machen. Diese Arbeit ermöglicht es Betroffenen, sich von schädlichen Verhaltensmustern und damit sogar von körperlichen Symptomen zu befreien.

Bereits im zweiten Band "Heilen ohne Medikamente" widmete sich der Autor dem Phänomen, das früher unter dem Namen "Zappelphilipp" bekannt war. Seiner Ansicht nach steckt hinter dem ADHS keine medikamentös zu behandelnde Krankheit, sondern eine erhöhte Leistungsbereitschaft zum Zwecke der Aufrechterhaltung des Endorphinspiegels. Das heißt, es besteht hier sogar eine Ähnlichkeit zur Heroinsucht – mit dem Unterschied, dass sich der Betroffene nicht einfach eine entsprechende Dosis der Substanz verabreichen kann, sondern durch sein Verhalten dafür sorgen muss, dass die körpereigene Droge produziert wird.

Mit wissenschaftlicher Strenge, dabei durchaus unterhaltsam und leicht verständlich, zeigt Winter, welche neurobiologischen und psychologischen Voraussetzungen dahinterstecken: So ist seit Langem bekannt, dass sich die Entwicklung der Intelligenz bereits im Mutterleib vollzieht. Je mehr interessante und fördernde Einflüsse der Embryo erlebt, desto höher ist die Anzahl seiner neuronalen Verschaltungen. Dazu gehören insbesondere positive Gefühle, auch als "Glückshormone" bekannt. Das Kind wird gleichsam vor seiner Geburt schon davon abhängig! ADHS sei damit eine absolut logische und nachvollziehbare Reaktion auf das plötzliche Nachlassen erlebter frühkindlicher Intelligenzförderung. Wer seine Kinder somit bereits durch pränatale Eingriffe fördert, muss sich nicht wundern, wenn diese weiterhin dasselbe Maß an Aufmerksamkeit und Anerkennung einfordern. Das allzu leichtfertig verabreichte Medikament Ritalin lindert hier zwar möglicherweise die Symptome, doch erhöht es auch die Bereitschaft zum späteren Drogenkonsum. Sinnvoller ist hier ein Förderprogramm, das auf die gesteigerten Bedürfnisse des Kindes eingeht. Wenn es sich respektierter, ernster genommen und auf gleicher Augenhöhe beachtet fühlt, braucht es um seine Position als intelligenter und verständiger Mensch nicht zu kämpfen.

Dieses und andere Beispiele illustrieren den neuen Psychocoach-Band "Zu viel Erziehung schadet!" und demonstrieren einmal mehr den viel versprechenden Ansatz, eingefahrene Verhaltensmuster durch tiefenpsychologische Analyse aufzulösen und damit Schlimmeres zu verhindern.

Andreas Winter: Der Psychocoach 8: Zu viel Erziehung schadet! Wie Sie Ihre Kinder stressfrei begleiten / Mit Starthilfe-CD; Mankau Verlag, 1. Aufl. November 2010, 14,95 Euro, 212 S., ISBN 978-3-938396-36-0.

Link-Empfehlungen:

*  Informationen und Leseprobe zum Buch "Zu viel Erziehung schadet! Wie Sie Ihre Kinder stressfrei erziehen"

*  Mehr zum Autor Andreas Winter

*  Internetforum mit Andreas Winter


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Autor:
[R/M]


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Artikel vom 17.11.2010


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