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Skaftafell Nationalpark in der Galerie für Kulturkommunikation

VON ANNE GREWE meist gelesen

Fotografie als Entschleunigung – Island – Skaftafell-Nationalpark

Die Galerie für Kulturkommunikation stellt in ihren Beiträgen zur Entschleunigung den Bildband Skaftafell Nationalpark von Rainer Strzolka und Susanne Engelmann vor.

Vor dem Hintergrund einer grassierenden Gleichschaltungsmaschinerie durch Digitalisierung aller Lebensbereiche ist es Zeit, inne zu halten; mit analoger Fotografie das Leben zu verlangsamen und genauer zu betrachten. Die Option für die Betrachtung eines entschleunigten Lebens heißt Analogfotografie, am besten von Mittelformat an aufwärts. Die analoge Fotografie verströmt einen eigenen Charme, der mit digitalen Mitteln nicht zu erreichen ist, erst recht nicht mit dem Retro-Kitsch, den Pseudomeister mit Fotoshop vom Fließband herstellen. Das Bild einer Lochkamera auf Rollfilm sieht anders aus als das Bild einer digitalen Kamera, die eine Lochkamera zu imitieren versucht.

Die analoge Fotografie lebt von der Stille zwischen dem Auslösen des Verschlusses. Sie braucht kein Konzept, ausser genauer Beobachtung.

Die analoge Fotografie lebt von der bewussten Entscheidung, ob ein Bild gemacht werden soll oder nicht. Mein Fotografielehrer Oser riet, ein Bild im Zweifelsfalle nicht zu machen. Er hat recht behalten. Die analoge Fotografie ist teuer, sie ermutigt zum Verzicht. Ein Bild nicht zu machen fühlt sich anders an, als kostenlose digitale Bilder zu tausenden zu produzieren. Und wirklich kostenlos sind sie nicht. Sie verlangen ein permanentes Hinterherhecheln hinter den neuesten technischen Entwicklungen. Was das Neuste, Notwendige ist, entscheidet nicht der Fotograf, sondern eine übermächtige Digital-Industrie. Wenn bei Microsoft entschieden wird, dass es Zeit für ein neues digitales Speicherformat ist, um den Markt anzukurbeln, dann sind innerhalb weniger Jahre von den unendlichen Mengen digitaler Bilder kaum noch welche zu sehen.

Die digitale Fotografie erzeugt zu viele Fotos, die bewusste Komposition ist fast tot. Die Auswahl erfolgt nachher am Monitor – vergeudete Lebenszeit, sich durch tausende Nichtswürdige Bilder zu quälen, die des Löschens mehr als wert sind.

Die analoge Fotografie lädt ein, Wege die man schon hunderte Male gegangen ist, noch einmal zu gehen, bewusst, langsam, mit dem offenen Blick für eine neue Sichtweise dieser Wege. Die analoge Fotografie beschränkt – wir haben 12 oder 36 Bilder auf dem Film. Diese Begrenzung ist heilsam. Sie lädt dazu ein, sein Motiv genau zu betrachten, ihm Wert zu schenken. Die digitale Fotografie entwertet jedes Bild und jeden Fotografen, weil sie den Fotografen zu einem Anhängsel des Computers macht. Dort, wo die analoge Fotografie zwingt, genau hinzusehen, wischt der PC lästige Zweige aus dem Bild. Die Realität wird retouchiert ohne die geringsten Skrupel. Natürlich ist auch zu Zeiten der Dunkelkammer manipuliert worden, doch setzte sie Fachkenntnis, ja Könnerschaft voraus. Der Unterschied ist größer als zwischen einem exklusiven galanten Abenteuer und einem Ausrutscher nach dem Betriebsfest.

Die analoge Fotografie ist sinnlich, sie ermuntert, die eigene Umwelt aktiv und bewusst wahr zu nehmen. Wenn man sich mit einem Motiv länger auseinandersetzt, spürt man die Natur um einen herum.

Während die digitale Fotografie hilft, das Leben mit immer mehr Hektik zu beschleunigen, nimmt einen die analoge Fotografie aus der Hektik der Welt hinaus, zwingt zum Innehalten, zur Bedächtigkeit.

Skaftafell Nationalpark. Ein Bildband von Rainer Strzolka und Susanne Engelmann-Strzolka. - Berlin: epubli Verlag. – 120 S.; ISBN-13: 978-3844210101

39,80

Direkt an der Südküste Islands gelegen erhebt sich der Hvannadalshnúkur als höchster Berg des Landes auf 2110m steil aus dem Mündungsgebiet des Gletscherflusses Skeithará, der weiten Geröllfläche des Skeitharársandur. Mit mehreren Gletscherzungen schieben sich die Ausläufer des riesigen Vatnajökull um ihn herum der Küste entgegen. In dieser unwirtlichen Gegend bildet der Skaftafell Nationalpark durch seine geschützte Lage im Windschatten der Berge eine kleine grüne Oase. Man findet Wiesen und Wälder der kleinwüchsigen Grönlandbirke, des typischen arktischen Pionierbaums. Atemberaubend ist die Aussicht vom Hof Bölti, der Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste bietet, über den Skeitharársandur, den Skeitharárjökull und – sofern das Wetter es zulässt den Gipfel des Hvannadalshnúkur. Die Lage hoch über dem Sander vermittelt ein überwältigendes Freiheitsgefühl. Hier oben scheint man seinen Alltagssorgen enthoben zu sein. Dennoch gibt es hier Menschen, die in dieser Umgebung ihr alltägliches Leben führen, was außerhalb der Saison von Juni bis September vor allem Einsamkeit bedeutet. Hier, wie auch anderswo in Island, animieren die langen dunklen Winter die Menschen zu künstlerischer Aktivität, wie gemeinsamem Musizieren oder Malerei. Von Bölti aus kann man sich den Skaftafell Nationalpark bequem zu Fuß erschließen. Oberhalb liegt der verlassene Grassodenhof Sel, der ein kleines Museum darstellt. Von da aus geht man weiter über einen ausgeschilderten Wanderweg zum Wasserfall Svartifoss vor einer Kulisse von Basaltblöcken. Außerdem ist der Auf- und Abstieg zum Besucherzentrum mit Zeltplatz möglich. Von dort aus führt ein Weg direkt an die Zunge des Skaftafellsjökull heran. Innerhalb weniger hundert Meter verändern sich Klima und Vegetation radikal. Mit jedem Schritt dem Gletscher entgegen wird es spürbar kälter, immer weniger Pflanzen können hier noch gedeihen, bis man schließlich im Geröll vor dem Gletschersee steht und der Gletscher direkt seine ganze Größe und Kälteausstrahlung offenbart.


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Autor:
[A/G]


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Artikel vom 14.12.2012


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