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Sterben wird Luxus: Klamme Kommunen erhöhen Friedhofsgebühren um 242 Prozent

VON FABIAN SCHAAF meist gelesen

Hamburg, 22. Februar 2011 – In Anbetracht leerer Kassen hat die Stadt Hagen die Friedhofsgebühren von 520,- auf 1.780,- Euro mehr als verdreifacht. Dabei ist sie kein Einzelfall: Als Folge können sich immer mehr Menschen die Bestattung für ihre Angehörigen nicht mehr leisten. Die Experten von Bestattungen.de haben die Friedhofsgebühren in Deutschland verglichen: Vor allem Dortmund, Hannover und Bochum bitten die Angehörigen besonders stark zur Kasse.

Basis für den aktuellen Vergleich von Bestattungen.de sind die Grabkosten für ein Erdwahlgrab mit einer Nutzungszeit von 20 Jahren. Dabei zeigen sich eklatante Preisunterschiede zwischen den einzelnen Städten. Während ein Erdwahlgrab in Dortmund 2.350,- Euro für 20 Jahre kostet, sind es in Berlin mit 520,- Euro weniger als ein Viertel davon. Mit 559,- Euro sind die Gebühren in Dresden ebenfalls gering.

Die Preisunterschiede begründen sich nicht in regionalen Unterschieden: In Wuppertal kostet ein Erdwahlgrab für 20 Jahre ungefähr eintausend Euro, im nahen Bochum jedoch fast 2.000,- Euro und im ebenfalls nicht weit entfernten Dortmund mit 2.350,- Euro fast 2,5-mal so viel. Branchenkenner berichten, dass in Zeiten klammer Kassen die Grabgebühren ein beliebtes Mittel sind, die Stadtfinanzen zu sanieren. "Das HSH Nordbank Desaster hat Sterben in Hamburg teuer gemacht: Die Stadt hat die Gebühren in den letzten zwei Jahren um 31% erhöht", erklärt Bestattungen.de - Geschäftsführer Fabian Schaaf.

Die Untersuchung zeigt auch, dass Grabkosten für Angehörige oft schwer vergleichbar sind. "Jede Stadt legt bei der Berechnung der Gebühren unterschiedliche Daten zugrunde. Beispielsweise werden die Nutzungszeiträume nicht einheitlich angegeben, sondern variieren teilweise zwischen 10 und 30 Jahren. Ein Vergleich wird damit sehr aufwändig", erläutert Schaaf.

Sterben wird in Kommunen mit Finanzproblemen und in Großstädten zu einem Luxus. Die Folge ist, dass immer mehr Menschen nicht mehr in ihren Heimatorten beigesetzt werden, sondern in den günstigeren Umlandsgemeinden. "Wir empfehlen jedem, sich früh zum Thema Bestattung zu informieren und Kosten wie Grabgebühren zu vergleichen. Sterben im Heimatort darf kein Luxus sein: Die Preiserhöhungen sollten zurückgenommen werden", fordert Schaaf.

Eine Übersicht zu den Grabkosten in den 20 größten Städten finden Angehörige unter [1]


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Autor:
[F/S]


Artikel vom 22.02.2011


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